Eine Woche mit Bartimäus, Zachäus und vielen Schafen

Kita St. Lamberti gestaltet Bibeltage als Erfahrung mit allen Sinnen

Wissen Sie, wer Bartimäus war? Oder Zachäus? Oder was die Rede vom „verlorenen Schaf“ meint? Das könnten Fragen sein, die beim nächsten Quiz „Wer wird Millionär?“ vorkommen. Immerhin gehören diese Dinge zu den Grundlagen unserer jüdisch-christlichen Kultur. Vielleicht geht es dann um viel Geld. Dann sollten die Kandidaten die Kinder vom Kindergarten St. Lamberti fragen. Die wissen das aus ihrer Kinderbibelwoche.

An einem Montag in der Mitte des Monats März haben die Kinder die Geschichte vom „verlorenen Schaf“ gehört. Das Gleichnis Jesu hat Diakonin Susanne Paetzold zusammen mit den Erzieherinnen Martina Henze und Elvira Schneider mit einer Handpuppe erzählt. In einem Dialog musste die Puppe Pauline erklären, was man alles anstellt, wenn einer verloren geht. Anschließend haben die Kinder kleine Schafe gebastelt und das Spiel „Es ist einer verschwunden gespielt“. Dann gab es ein richtiges „Hirtenfrühstück“ auf dem Fußboden, weil auf einem Feld ja auch keine Tische bereitstehen.

Frühstück im Rahmen der Kinderbibelwoche

Ein richtiges "Hirtenfrühstück" nahmen die Kinder ein, nachdem sie das Gleichnis vom "Verlorenen Schaf" gehört hatten

Am nächsten Dienstag haben die Kinder gelernt, wie man festlich einen Tisch deckt. Denn Jesus hat ja auch Zachäus besucht und bei ihm gegessen und getrunken. Also haben die Kinder sogar Tischkarten gebastelt, Servierten ausgelegt und Kerzen hingestellt. In  der Kirche im Altarraum war noch bis zum Familiengottesdienst am Sonntag zu sehen, wie festlich die Kinder den Tisch geschmückt hatten.

Am Mittwoch kam dann Bartimäus an die Reihe. Die Kinder haben sich wie der blinde Bartimäus an die Straße vor die Kirche gesetzt. Tatsächlich wurde gerade zu der Zeit ein blinder Mensch von seinem Begleiter über den Markt geführt. Die Kinder haben das genau beobachtet. Sie haben an „Fühlstationen“ im Kindergarten erlebt, wie die anderen Sinne sich schärfen müssen, wenn das Augenlicht nicht zur Verfügung steht. Die St. Lamberti-Kita hat übrigens ein Patenkind über die Hildesheimer Blindenmission in Indonesien, das sie finanziell regelmäßig unterstützt.

Vor der Kirche als Bettler

Die Kinder probierten von der Lamberti-Kirche aus, wie es ist, wenn man auf Almosen angewiesen ist

Am Donnerstag wurden dann Hände gewaschen. Das geschah in der Anlehnung an die Geschichte in der Bibel, in der Jesus von einer Frau die Füße gereinigt werden. Die Kinder sollten darüber nachdenken, was die anderen brauchen und ausprobieren, wie das ist, wenn man sich um andere kümmert. Pauline hat sie dann in der Kirche gefragt, ob die Erzieherinnen heute ihre Dienerinnen gewesen sind. Ein eindeutiges „Jaaaa“ war die Antwort.

Leiterin Annette Arnemann hatte die Eltern über das Projekt der Kinderbibelwoche frühzeitig informiert. Arnemann legt wert auf die Maßgabe, dass alle Kinder, ob türkisch, vietnamesisch oder japanisch, bei den Mahlzeiten das Besteck aufräumen und abwaschen. Die Eltern haben gern mitgezogen und beim Benfizessen am Sonntag nach dem Gottesdienst Speisen mitgebracht. Das Geld, das dafür eingenommen worden ist, ist an eine Kinder-Tafel in Hildesheim gegeben worden.

Frank Uhlhorn


 

Kita „Regenbogen“ in Harsum stellt sich jedes Jahr dem schwierigem Thema

Harsum. „Schließt einmal die Augen“, sagt Erzieherin Martina Ernst von der Kita Regenbogen in Harsum. „Schließt einmal die Augen und werdet ganz ruhig und konzentriert euch auf euren Atem“. Um die Erzieherin herum sitzen im Halbkreis fünfjährige Kinder. Meditative Musik erklingt. Die Kinder werden tatsächlich ganz still, was bei so kleinen Menschen sicher nicht selbstverständlich ist. Sie kennen das, was jetzt kommt, denn sie haben sich für die „Arbeitsgemeinschaft Sterben und Tod“ gemeldet.

„Was haben wir das letzte Mal gemacht?“, fragt Ernst. Charlotta und Silas erzählen von Steinen, die sie bunt angemalt haben. Charlotta hat sie auf das Grab ihres Großvaters gelegt. Die Erzieherin hat mit ihnen die Natur beobachtet. Sie haben gesehen, dass die Bäume jetzt im Februar und März zwar ganz tot aussehen, aber wenn man ganz genau schaut, kleine Knospen an den Zweigen sind. Die Kinder haben Weizenkörner eingepflanzt und die Frage gemeinsam beantwortet, woran man erkennt, dass man lebt und wie das ist, wenn man tot ist. Für das nächste Mal ist ein Besuch beim Bestatter geplant, der zum festen Programm der „Arbeitsgemeinschaft Sterben und Tod“ gehört.

Heute erzählt Martina Ernst eine Geschichte. Sie handelt von Lukas, der seine Großmutter  sehr lieb hat. Doch die Großmutter wird krank und muss sterben. Aus der Sicht des Jungen wird erzählt, wie die tote Großmutter sich anfühlt, als er sie streichelt, wie eine Trauerfeier abläuft und wie die Trauergemeinde hinterher auf den Friedhof geht und der Sarg in die Erde gelassen wird. „Na, was meint ihr“, fragt Martin Ernst, „ist die Oma jetzt im Himmel?“ „Nein“, antwortet eines der Kinder. „Nur ihre Seele ist im Himmel“. Martina Ernst freut sich über diese Antwort.

Kita Regenbogen

Die Kinder kommen gern zur Arbeitsgemeinschaft Sterben und Tod und hören aufmerksam die Geschichte, die ihnen erzählt wird

Die Erzieherin ist für diese Aufgabe extra ausgebildet. Seit acht Jahren arbeitet sie im Hospizverein Hildesheim ehrenamtlich als Sterbebegleiterin. Vom Kinderhospiz „Löwenherz“ vor den Toren Bremens wurde sie als Kindersterbebegleiterin geschult und eine Trauerausbildung hat sie auch absolviert. Dass sie im Kindergarten dieses schwierige Thema behandelt, geht auf eine Initiative einer Mutter zurück. Sie sprach die Erzieherinnen an, ob sie ihrer Tochter nicht Antworten auf die vielen Fragen nach Sterben und Tod haben. Seit mehr als fünf Jahren veranstaltet die Kita nun mit den Vorschulkindern eine Arbeitsgemeinschaft. Die Eltern im Dorf sind sehr angetan, es hat sich schnell herumgesprochen, dass Martina Ernst genauso einfühlsam und vorsichtig, wie auch mutig und ehrlich mit den Kinderfragen umgehen kann.

Zum Schluss der Einheit erklärt die Sterbebegleiterin, die übrigens auch Kurse für Erwachsene, für Eltern und Angehörige anbietet, dass es neben der Erdbestattung auch die Möglichkeit einer Feuer- und Seebestattung gibt. „Was willst du dir denn aussuchen?“, will ein Mädchen wissen. „Das muss ich mir nochmal überlegen“, antwortet Ernst. „Jedenfalls nicht die Seebestattung. Ich bin nicht so gern am Meer.“ „Och“, entgegnet die Kleine, „ich gehe aber gern ins Schwimmbad!“ So konnte bei diesem schweren Thema am Schluss sogar noch ein wenig geschmunzelt werden.

Frank Uhlhorn

 

 

Mitmachtheater am Dankeschön-Fest

26 Februar 2012

Kinder von der St. Peter und Paul Kita Rössing spielen, backen und bedienen Bürgermeisterin, Pastorin, Feuerwehr, Rote Kreuz und Sportverein Rössing. Zum „Dankeschön-Fest“ kamen die Bürgermeisterin, die Pastorin, Leute von der Feuerwehr, dem „Roten Kreuz“ und dem Sportverein. Die Kinder der Kindertagesstätte „St. Peter und Paul“ führten für sie ein Theaterstück auf. Aber sie waren [...]

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Der Regenbogen geht kaputt – aber das stört niemanden

6 Februar 2012

Der Regenbogen geht kaputt – aber das stört niemanden Ein- bis zweijährigen Krippenkindern wird in der Kindertagesstätte Pferdeanger die Geschichte der Arche Noah für alle Sinne erzählt Hildesheim. „Milla, was ist das für ein Tier?“ fragt Erzieherin Anke Guder von der Kindertagesstätte „Pferdeanger“ das zweijährige Mädchen. „Ein Schwein“, antwortet Milla und stößt mit der Zunge [...]

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Mit leuchtenden Augen und vollen Backen

12 Dezember 2011

Im Kindergarten der Paul-Gerhardt-Gemeinde singen sich die Kinder auf Weihnachten ein Sarstedt. Paul-Gerhardt-Kinder können besser singen als andere und verstehen die Weihnachtsgeschichte schon mit drei Jahren. Diesen Eindruck konnte man schnell gewinnen, wenn man an der „Musik-AG“ mit dem Thema „Auf dem Weg nach Bethelehem“ teilgenommen hat. Dabei sein können alle, die Kinder oder Enkelkinder [...]

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Freude über den Ranzen und ein bisschen Angst vor den Großen

5 Oktober 2011

Wie die Kita St. Nicolai die Kinder auf die Schule vorbereitet hat Laura freut sich auf die Schule, weil sie dort viel lernen kann. Karina ist gespannt auf die Lehrerin. Celine hat schon einen Schulranzen. Magdalena hat ein bisschen Angst vor den Großen, die sie ärgern könnten. Die Kinder von der St. Nicolai-Kindertagesstätte in Sarstedt [...]

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Das Schaf betet und singt „Alle meine Entchen“

5 Oktober 2011

Wie die Kinder vom Matthäuskindergarten selber Geschichten erfinden Hildesheim-Itzum. Auch wenn sie manchmal ein bisschen Krach machen, Kinder gehören an die Macht. So singen es die Kinder vom Matthäuskindergarten in ihrem Begrüßungslied. Das Lied handelt davon, dass Kinder Augen haben, einen Mund im Gesicht und dass Matthäuskindergartenkinder toll sind. Wer ihre selbst erfundenen Geschichten hört, [...]

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Afrika ist von der Lämmerweide nicht weit entfernt

5 Oktober 2011

Kinder begreifen mit allen Sinnen den Alltag in der Partnergemeinde Ihanja Hildesheim-Marienrode. Die Lämmerweide ist gar nicht so weit von Afrika entfernt. Jedenfalls, wenn es nach dem Motto der Kita geht. Es lautet „Tansania ist um die Ecke“ und im Gruppenraum der Kindergartengruppe kann man das an allen Ecken sehen. Da hängen Tücher aus Afrika [...]

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Du hast uns deine Welt geschenkt

5 Oktober 2011

Die Kitas „Käthes Nest“ und „Guter Hirt“ feiern zusammen Erntedank im Stadtteilgarten Hildesheim-Fahrendheit. Selbst die Schulen haben Rücksicht genommen und den Kindern weniger Hausaufgaben aufgegeben. Mütter kamen mit Videokameras und Nachbarn setzen sich dazu. Einige Anwohner öffnen ihre Fenster und schauen dem bunten Treiben aufmerksam zu. Es wurde gefeiert im Stadteilgarten Fahrenheit. Das Erntedankfest. Und [...]

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Diese Kinder wissen mehr als manche Erwachsene

21 August 2011

In der Kita Diekholzen werden Grundlagen über das Christentum spielerisch anhand eines Tauffestes vermittelt Diekholzen. „Stellt euch mal vor, dieses hier wäre eine Wiese…“. Die Erzieherinnen Jenny Franitza und Nicole Münk legen eine grüne Decke auf den Fußboden. Um sie herum sehen hundert Kinderaugenpaare gespannt zu, wie es wohl weitergehen wird. Franitza und Mönk: „Und das [...]

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