Mit leuchtenden Augen und vollen Backen

Im Kindergarten der Paul-Gerhardt-Gemeinde singen sich die Kinder auf Weihnachten ein

Sarstedt. Paul-Gerhardt-Kinder können besser singen als andere und verstehen die Weihnachtsgeschichte schon mit drei Jahren. Diesen Eindruck konnte man schnell gewinnen, wenn man an der „Musik-AG“ mit dem Thema „Auf dem Weg nach Bethelehem“ teilgenommen hat. Dabei sein können alle, die Kinder oder Enkelkinder in der Paul-Gerhardt-Kita haben. Bestimmt sind auch Onkel und Tanten erlaubt.

Es riecht nach Plätzchen, Lebkuchen und Tannennadeln. Leiterin Regina Zimermann sagt: „Psssst, seid mal alle leise!“ Und tatsächlich: Alle sind leise. Die Kinder und die Väter und die Mütter und sogar die zwei Säuglinge, die heute dabei sind. Gitta Weinhold schlägt ihre Gitarre an und alle singen: „Alles, was ich habe, ist dieses kleine Lied. Schubidu.“ Younes geht zum Adventskranz und zündet die Kerzen an. Dann kommt das nächste Lied „Vier Kerzen auf dem grünen Kranz“. Die Kinder gucken verträumt auf die Kerzen, in der Ecke leuchtet ein Weihnachtsmann.

Adventssingen in Paul-Gerhardt

Mütter, Väter, Kinder, Säuglinge, die Erzieherinnen und Fabian Triebel als Absolvent eines „Freiwillgen sozialen Jahres“ lieben die Weihnachtsgeschichte und die Lieder, die Gitta Weinhold und Stefanie Bowe mit ihnen singen.

Regina Zimmermann und Gitta Weinhold erzählen die alte Geschichte. Sie haben Ostheimer-Krippenspielfiguren. Die Kinder hängen an den Lippen der Erzieherinnen. Sie machen es spannend. Als Maria und Joseph kurz vor Bethelehem angelangt wird, ist Schluss. „Wie es weitergeht möchtet ihr wissen? Das erzählen wir euch ein anderes Mal. Noch ist nicht Weihnachten. Habt noch ein bisschen Geduld“.

Es werden noch viele Lieder gesungen. Darunter der Straßenfeger „In der Weihnachtsbäckerei“. Die Kinder haben besonderen Spaß daran, die Liedzeile „du Schwein“ zu singen, als im Lied einer die Finger nicht aus dem Teig nimmt. Christa Thiel geht mit einer Dose Plätzchen herum, die sie zusammen mit Kindern und Eltern gebacken hat. Fabian Triebel, der gerade ein freiwilliges soziales Jahr im Kindergarten absolviert, hat einen kleinen Jungen mit einer körperlichen Einschränkung auf dem Schoß. Seit vierzehn Jahren arbeitet die Kita auch integrativ. Die Jungen lieben den jungen Triebel.

„Er macht das ganz süß“, erzählt Zimmermann fröhlich. Die Leiterin ist auch ein wenig stolz darauf, dass ihre Kinder schon so schön leise sein können und auch im Stück aufmerksam zuhören. Viel dazu beigetragen haben die vielen Lieder, die die Kinder mit Gitta Weinhold singen. Sie singt zusammen mit ihrer Kollegin Stefanie Bowe regelmäßig mit den Kindern. Die Musik-AG findet dienstags 8.30 bis 9.15 Uhr am Morgen und um 15 Uhr am Nachmittag statt, damit auch berufstätige Eltern daran teilnehmen können. Weinhold hat auch eine Ausbildung zur Kirchenmusikerin absolviert. Die Musik bindet alles zusammen: Die Väter, wie Daniel Otte, die konzentriert auf das Liedblatt schauen und mitsingen, die Kinder, die die Strophen schon auswendig können und die Erzieherinnen, die sich freuen, wenn die Kinder das Weihnachtsleuchten in den Augen haben.

Frank Uhlhorn

 

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